Thorsten Schäfer-Gümbel in Limburg: Wir müssen den Mittelstand stärken!

Als größte Herausforderung für den heimischen Mittelstand bezeichnete der Geschäftsführer der Limburger Kühlmittelwerke Frank Jansing den Mangel an geeigneten Arbeitskräften, und zwar nicht im akademischen Bereich, sondern bei den Elektrikern sowie beim Service-Personal und den Kundendienstmitarbeitern.

Der hessische SPD-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel folgte mit großem Interesse den Ausführungen von Frank Jansing, der die Limburger Firma vorstellte und die hervorragende Lage des Standorts Limburg mit ICE-Anschluss, Flughafen und Autobahnanbindung betonte. Als einziges deutsches Unternehmen mit einem Komplettangebot im Bereich Kühlsysteme für die Lebensmittelbranche setzt das seit 1938 bestehende Limburger Unternehmen im Jahr 30 Mio Euro auf einer Betriebsfläche von 40.000 m² um. Nach der Vorstellung der Produktpalette zeigte Jansing die Bedeutung der Digitalisierung im Bereich Geschäftsmodelle auf, deren Umsetzung für den Mittelstand schwieriger sei als für die großen Industrieunternehmen. Deutschland sei ein Entwicklungsland im Bereich des digitalisierten Denkens – die Politik müsse dringend aktiv werden, um gerade auch den mittelständischen Unternehmen die Angst davor zu nehmen und die Entwicklung voranzutreiben. Landratskandidat Jörg Sauer brachte die Möglichkeit einer ‚Kooperationsstelle Digitalisierung‘ im Kreis ein, die mit dem Land, der IHK und den Handwerkskammern zusammenarbeitet, in Firmen geht und Workshops, Know-How  u.ä. anbietet. „Wir müssen auf diesem Gebiet voranschreiten, sonst bedroht dies unseren Mittelstand“, so die einhellige Meinung.

Thorsten Schäfer-Gümbel, der die Ausführungen mit großem Interesse verfolgt hatte, wollte konkret wissen, wo die Politik im Bereich Personal unterstützen könne und welche Maßnahmen möglich seien. Er wies darauf hin, dass ein Umdenken in der Bevölkerung notwendig sei und keine Hierarchie zwischen dualer und akademischer Ausbildung bestehen dürfe. Ein wichtiger Schritt, um der Abwanderung von guten jungen Leuten entgegenzuwirken, sei die Gründung der Technischen Hochschule in Limburg gewesen, an der junge Menschen auch ohne Abitur mit Unterstützung des Arbeitgebers studieren können, stellte die Limburger Landtagskandidatin Viktoria Spiegelberg-Kamens fest. Bürgermeister Marius Hahn hob hervor, dass KMW das erste Unternehmen war, das Studenten an die Technische Hochschule geschickt hat – ein Erfolgsmodell, das die gut ausgebildeten jungen Menschen in unserer Region hält und die Bedeutung flexibler Bildungsangebote aufzeigt, war das Fazit der Besucher.